Sonderausstellung Humboldt Forum Berlin

Stiftung Humboldt Forum Berlin, 2022

Wettbewerb 3. Platz

Die Sonderausstellung „Der Palast der Republik ist Gegenwart“ nimmt aus der Genese des Ortes einen wichtigen Zeitabschnitt in den Fokus. Die Ausstellung befasst sich dabei mit allen Phasen des Palastes der Republik. Sie möchte verschiedene Erinnerungen und Deutungen ermöglichen, zur Diskussion stellen und die Besucher*innen aktiv teilhaben lassen.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Bereiche. Prolog, wie auch Epilog finden sich im Open Space: Partizipation ist hier das Leitmotiv. Im großen Ausstellungsraum umwandert die faktisch getragene Basiserzählung eine selbstbewusste, sphärische Soundinstallation, den Erinnerungsraum.

Der Entwurf nutzt Elemente der Debattenkultur und Meinungsäußerung. Protestschilder, gestreute Flugblätter und Sprachrohre dienen als Gestaltungselemente in Basiserzählung und Open Space. Die Elemente stellen Bezüge zur kontrovers diskutierten Geschichte und den polarisierenden Ausstellungsinhalten her. Sie stehen sinnbildlich für Partizipation und aktiver Teilhabe.

Als Kontrast zur bildreichen, reizüberladenden Basiserzählung wird der Erinnerungsraum als kontemplativer und introvertierter Raum umgesetzt. Ohne feste räumliche Grenzen bleibt der Erinnerungsraum eng mit der Basiserzählung verbunden. Diffus und schemenhaft wirkt der Erinnerungsraum von außen. Aus dem Inneren betrachtet erscheint dagegen die Basiserzählung dumpf und nebulös. Das Ausblenden der Erzählung ermöglicht ein außerordentliches, aber sinnliches Hörerlebnis. Die Konzentration der Hörenden ist auf die Stimmen der Zeitzeug*innen gerichtet.

Architektur: Matthias Tebbert, Elisabeth Farr
Grafik: Oliver Wrobel
Visualisierung: Georg Hana

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